Produktion von Maissaatgut: Know-how im Dienste der Qualität

21.05.2026

Bruno Gabastou, Kontrolleur für Maissaatgut

Seit 30 Jahren begutachtet Bruno Gabastou die Mais-Saatgutvermehrungsflächen, um deren Konformität zu überprüfen. Seine Funktion: Kontrolleur für Mais- und Sorghum-Saatgutkulturen. Sein Fachwissen, gepaart mit seiner Erfahrung im Labor der FNPSMS, führte ihn in diesem Jahr nach Togo, um eine Bestandsaufnahme des nationalen Labors im Hinblick auf eine mögliche Kompetenzsteigerung der Teams und der Ausstattung durchzuführen. Gespräch

Bruno Gabastou, worin besteht genau Ihre Aufgabe?

Meine Aufgabe ist seit 30 Jahren, in den Monaten Juni und Juli die zugelassenen Techniker zu schulen, die bis zur Ernte die Konformität der ihnen zugewiesenen Saatgutproduktionsflächen kontrollieren. Als Kontrolleur, der mit der Begutachtung der Kulturen beauftragt ist, führe ich während der Maisblüte (Juli/August) auch Prüfungen bei einigen dieser zugelassenen Techniker durch und überprüfe gleichzeitig die Konformität der Parzellen. Ich füre durchschnittlich zwei bis drei Prüfungen pro Tag im Südwesten Frankreichs durch, also etwa sechzig pro Saison. Die Anzahl der kontrollierten Parzellen, die ebenfalls stichprobenartig begutachtet werden, kann auch bis zu 110 pro Jahr betragen.

Warum ist diese Aufgabe so wichtig?

Diese Funktion ist eines der wesentlichen Glieder, um eine qualitativ hochwertige Maissaatgutproduktion zu gewährleisten, die den Anforderungen der französischen technischen Verordnung entspricht. Zu den geprüften Kriterien gehören die Qualität der Reinigung, der Kastration und die Einhaltung der Isolationsvorschriften. Für jedes dieser Elemente gelten Toleranzgrenzen: Es ist meine Aufgabe, zu überprüfen, dass diese nicht überschritten werden. Beim der „Reinigung“ ist z. B. ein Anteil an „Abweichern“ von 2 pro 1000 zulässig. Nicht mehr. Eine Parzelle muss zudem für die Vermehrung von Maissaatgut mindestens 200 Meter von einer Parzelle mit Mais für den Verzehr entfernt liegen: Ziel ist es, jede ungewollte Pollenkreuzung zu vermeiden und so die Reinheit der vermehrten Sorten zu bewahren.

Die Qualitätskontrolle des Saatguts findet auch im Labor statt. Welche Elemente werden dort kontrolliert?

In der Tat finden nach der Vermehrung und Ernte des Saatguts weitere Kontrollen im Labor statt; und zwar bevor das SOC-Zertifikat auf den an die Landwirte verkauften Säcken angebracht wird. Wir überprüfen die Identität und Reinheit der Sorten, ihre Keimfähigkeit (sie muss mindestens 95 % betragen), den Wassergehalt und die Abwesenheit von Schadorganismen. Diese Kontrollen in jeder Produktionsphase bilden die Garantie für die SOCFrance-Zertifizierung: eine Anerkennung der Qualität der in Frankreich produzierten Sorten, sowohl für die französischen Maiserzeuger als auch über unsere Grenzen hinaus. Zur Erinnerung: Fast 65 % der im Land produzierten Mais-Saatgutmengen werden exportiert.

Ihre Tätigkeit führte Sie im Jahr 2025 nach Togo. Können Sie uns mehr darüber erzählen?Können Sie bitte weiter ausführen?

Im Oktober war ich eine Woche lang in Togo, um eine Bestandsaufnahme des nationalen Saatgutprüflabors in Sotouboua im Zentrum des Landes durchzuführen. Diese Einrichtung möchte ihre Kompetenzen ausbauen, um die Analysen verschiedener Arten zu diversifizieren und zu professionalisieren: für Mais, aber auch für Maniok oder Ananas. Die Idee ist, zunächst die Anforderungen des internationalen ISTA-Standards (International Seed Testing Association) zu erfüllen, einer weltweit anerkannten Zertifizierung im Bereich der Saatgutanalyse. Sie ermöglicht die Akkreditierung von Laboren, die Ausstellung internationaler Zertifikate sowie die Förderung von Forschung und das Angebot von Schulungen. Ich konnte in diesem Zusammenhang mein Fachwissen in ein spannendes Projekt einbringen.

Fachwissen im Dienste der Leistungsfähigkeit von Maissaatgut

Kurz gesagt ist die Vermehrung von Maissaatgut ein hochpräziser Prozess, bei dem jeder Schritt entscheidend ist. Wie Bruno Gabastou erklärt, kann die Qualität von Premium-Saatgut nur durch eine engen Verbindung zwischen praktischem Fachwissen, einer strengen Kontrolle der Vermehrungsflächen sowie technologischer Innovation im Labor gewährleistet werden.

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